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ARCHIVIERUNG und DIGITALISIERUNG des PALOMAR - LEIDEN SURVEY sowie der T-1, T-2 und T-3 Trojan Surveys

Gefördert und finanziert durch die Klaus Tschira Stiftung (Heidelberg).

in Kooperation mit dem Astronomischen Rechen-Institut Heidelberg,

Projektleitung: Dr. L.D. Schmadel, Heidelberg

Das Projekt

Seit dem Frühjahr 2005 kooperiert das Astronomischen Recheninstitut (ARI) in Heidelberg mit dem IFE zur Archivierung und Digitalisierung des Palomar - Leiden Survey und der T-Trojan Surveys. Die Projektleitung liegt am ARI bei Dr. L.D. Schmadel.

Palomar-Leiden- und die Trojan Survey´s waren eine groß angelegte Himmelsdurchmusterung (von 1960 bis 1977) zur gezielten Suche nach Kleinplaneten, heller 20ste Größenklasse.

Diese Surveys wurden initiiert von G.P.Kuiper, P.Herget, T.Gehrels und I.+C.J. van Houten. Palomar-Leiden war als Erweiterung des McDonald Asteroid Survey MDS (G.P. Kuiper 1950 bis 1952) gedacht, der nur eine Grenzgröße von ca. 16m hatte. Die Surveys dienten dem Zweck statistische und dynamische Eigenschaften des Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter zu erforschen.

Paul Herget (1908 - 1981)
Paul Herget (1908 - 1981)

Wegen des Umfangs der Surveys wurde beschlossen, das Projekt auf drei Institute zu verteilen; dem Lunar and Planetary Laboratory in Tucson, dem Cincinnati Observatory und dem Leiden Observatory in Holland.

Das Lunar and Planetary Laboratory (Gehrels) war zuständig für die Erstellung der Aufnahmen, Leiden Observatory (I. van Houten-Groeneveld und C.J. van Houten) für die Ausmessung der Platten und das Cincinnati Observatory (Herget) letztlich für die Berechnung der Bahnparameter der neu gefundenen Kleinplaneten.

T. Gehrels (Lunar and Planetary Laboratory
T. Gehrels (Lunar and Planetary Laboratory.

T. Gehrels (Lunar and Planetary Laboratory) nahm für den Palomar-Leiden Survey 1960 insgesamt 100 Feldplatten mit dem 48 inch Palomar Schmidt Teleskop auf. Dazu kamen noch 30 Einzelplatten von SA-Feldern zur Photometrie der Feldplatten.


Die Plattengröße beträgt 35,6 x 35, 6 Zentimeter (bei nur 1mm Dicke!), belichtet wurde im Schnitt 10 Minuten auf Kodak Spektroskopic Plates 103 a-O (Blau) und 40 Minuten auf 103a-D (gelb). Die abgebildete Himmelsfläche beträgt 6.5 x 6.5 Grad und die Grenzgröße der Platten liegt im Mittel bei 20.5m.

I. van Houten Groeneveld und C.J. van Houten (1920 - 2002)
I. van Houten Groeneveld und C.J. van Houten (1920 - 2002).

Nach der Entwicklung der Platten erfolgte der Versand nach Holland zum Leiden Observatory, wo die anschließende Ausmessung der Platten durch I. + C. van Houten durchgeführt wurde.

Auf den Platten des Palomar-Leiden Survey wurden über 2.000 neue Kleinplaneten entdeckt, 14.000 Planetoidenpositionen und 7.500 Positionen von Referenzsternen wurden von den van Houtens an P. Herget geliefert, der daraus die Bahnparameter der Objekte rechnete.

Auch heute noch werden die Palomar-Leiden Platten für Prediscoverys von Kleinplaneten herangezogen.

SurveyEpocheFeldplattenSA-PlattenAnzahlMPs
P-L1960100301301.399
T-1 (L5)197148654401
T-2 (L4)1973621678844
T-3 (L5)197764468738
 
 Summe  3303.382

Umfang des Plattenarchiv der Surveys (Stand Juni 2005)

Projektleitung: Dr. L.D. Schmadel
Projektleitung: Dr. L.D. Schmadel.

Auf Initiative von Dr. Lutz Schmadel vom Astronomischen Recheninstitut in Heidelberg wurde das Projekt zum Zweck einer erneuten astrometrischen Auswertung und zur Sicherung des Datensatzes im Herbst 2004 ins Leben gerufen.

Das Projekt umfasst dabei die folgenden Phasen:

  • Phase 1: Transport der Plattensammlung von Leiden nach Hannover,
  • Phase 2: Dokumentation der Markierungen, die während der ersten Auswertung auf die Platten aufgebracht wurden
  • Phase 3: Reinigung der Platten
  • Phase 4: Digitalisierung der Platten
  • Phase 5: Transport der Platten von Hannover nach Heidelberg
  • Phase 6: Softwareentwicklung zur Aufsplittung der Platten in 30 x 30 Bogenminuten große Subfelder (ca. 50.000)
  • Phase 7: Neuvermessung der Segmente, Wissenschaftliche Auswertung, Endgültige Lagerung der Platten auf dem Königsstuhl und
  • Phase 8: Zur Verfügung Stellen des Materials auf einem ARI Server.

wobei die Phasen 1 bis 5 am IFE und die Phasen 6 bis 8 am ARI bearbeitet werden.

Weitere Beteiligte:Institut
Dr. I. van Houten-Groeneveld (Sterrewacht Leiden)
Dr. G. Burkhardt(ARI)
Dr. G. Klare(Landessternwarte Heidelberg)
Prof. Dr.-Ing. G. Seeber(IFE)
Wolfgang Paech(IFE)