Regionale Schwerefeld- und Geoidmodellierung

Die hochauflösende und hochgenaue Schwerefeld- und Geoidmodellierung hat eine lange Tradition am Instititut für Erdmessung (IfE) der Leibniz Universität Hannover (LUH). Entsprechende Untersuchungen begannen bereits in den 1970er Jahren und führten von lokalen Testnetzen (Westharz, Hannover, Niedersachsen) zu nationalen, europäischen und globalen Berechnungen.

© IfE / H. Denker
EGG2015 – European Gravimetric (Quasi)Geoid 2015

Besondere Bedeutung erlangten die Geoid- und Quasigeoidmodelle für Deutschland und Europa:

  • Für die westlichen (alten) Bundesländer der Bundesrepublik Deutschland wurde vom IfE erstmals 1989 ein hochauflösendes gravimetrisches Quasigeoidmodell publiziert, und seit etwa Mitte der 1990er Jahre erfolgten entsprechende Berechnungen in Kooperation mit dem Bundesamt für Kartographie und Geodäsie (BKG). Aus der Kooperation mit dem BKG sind erste Ergebnisse ab etwa dem Jahr 2000 sowie die Modelle GCG2005, GCG2011 und GCG2016 (GCG – German Combined Geoid) hervorgegangen, die neben gravimetrischen Messungen auch GNSS- und Nivellementsdaten enthalten.
  • Europäische Geoid- und Quasigeoidberechnungen begannen am IfE Anfang der 1980er Jahre mit Hilfe von mittleren Schwerewerten. Mit Unterstützung der Internationalen Assoziation für Geodäsie (IAG) wurden dann ab 1990 hochauflösende Punktschweredaten einbezogen und regelmäßig zu entsprechenden Geoid- und Quasigeoidmodellen verarbeitet. Größere Bedeutung erlangten die Lösungen EGG1997 (European Gravimetric (Quasi)Geoid 1997), EGG2008 und EGG2015.
Europäische Geoidberechnung (EGG) in Hannover
Quasigeoid der Bundesrepublik Deutschland – German Combined Geoid