Towards interval-based autonomous integrity monitoring
Error bounding and uncertainty propagation
- verfasst von
- Jingyao Su
- betreut von
- Matthias Luigi Bruno Weigelt
- Abstract
Satellitennavigation kann einer breiten Palette von Benutzern wichtige positioning, navigation and timing (PNT)-Informationen liefern. Mit der Entwicklung des Global Navigation Satellite System (GNSS) sind in den letzten Jahrzehnten zahlreiche Anwendungen entstanden und gewachsen, die erhebliche wirtschaftliche Auswirkungen hatten. Für sicherheitskritische GNSS-Anwendungen müssen Schätzfehler zuverlässig quantifiziert und sicher begrenzt werden. Diese Anforderung ist entscheidend für die Gewährleistung der Navigationsintegrität und wurde ursprünglich für die Luftfahrtnavigation formuliert. Sie betrifft das Vertrauen, das man unter seltenen Ereignisbedingungen in eine Navigationslösung setzen kann, und unterscheidet sich daher von der allgemein geäußerten Genauigkeitsanforderung der Benutzer, die sich auf die Vertrauenswürdigkeit und Zuverlässigkeit des Navigationssystems konzentriert. Herkömmliche Lösungen konzentrierten sich auf stochastische Ansätze und verließen sich auf Verteilungsannahmen für die Beobachtungsfehler, bevor diese durch die Zustandsschätzung weitergegeben wurden. Die genaue Fehlerverteilung ist jedoch entweder unbekannt oder kaum validiert, und die verbleibende Systematik bleibt nach Anwendung von Korrekturmethoden in den GNSS-Messungen bestehen. In dieser Hinsicht ist eine rein stochastische Modellierung aller Fehlerquellen nicht ausreichend, sodass alternative Ansätze untersucht werden müssen. Intervalle sind eine vielversprechende alternative Darstellung der Unsicherheit. Sie bieten deterministische Grenzen, die die mögliche Fehlervariation anzeigen, und sind daher geeignet, die Unsicherheit aufgrund verbleibender systematischer Effekte darzustellen. Basierend auf der intervallbeschriebenen Unsicherheitsmodellierung wird in dieser Dissertation ein innovatives Integritätsüberwachungsframework entwickelt, das einen alternativen Ansatz zu klassischen stochastischen Methoden wie (Advanced) Receiver Autonomous Integrity Monitoring (RAIM und ARAIM) bietet. Kritische integritätsbezogene Fragen umfassen: (i) wie repräsentativ die Navigationslösungen sind und (ii) wie ihre Unsicherheit sicher modelliert werden kann, um Integritätssicherheit zu gewährleisten. Um diese Fragen zu beantworten, werden praktische Methoden zur Bestimmung von Intervallgrenzen für verschiedene GNSS-Fehlerquellen entwickelt und durch Experimente validiert. Aufbauend auf den Intervallgrenzen wird das Problem der Zustandsschätzung untersucht, wobei der Schwerpunkt auf der Fehlerbegrenzung liegt. Durch die Untersuchung der mengenbeschriebenen Unsicherheitsmodelle werden zwei neuartige Punktschätzer vorgeschlagen, die eine vorteilhafte Fehlerbegrenzungsleistung aufweisen. Der mengenbasierte Fehlerdetektor, der in die neue Integritätsüberwachungsarchitektur integriert werden soll, wird im Vergleich mit klassischen Methoden diskutiert und bewertet. Durch die Verwendung des Mehrfachhypothesenrahmens, der auch von ARAIM übernommen wird, kann der entwickelte Ansatz mehrere gleichzeitige Fehler verarbeiten und das Navigationssystem vor Integritätsverlust schützen. Seine Wirksamkeit wird durch verschiedene Bewertungsstrategien nachgewiesen und mit modernsten Methoden verglichen, darunter analytische und Monte Carlo-Bewertungen sowie Leistungsanalysen mit realen Experimenten. Darüber hinaus schlägt diese Dissertation vor, die grundlegenden ARAIM-Algorithmen durch Implementierung der Intervallerweiterung des least-squares-Schätzers zu verbessern.
- Organisationseinheit(en)
-
Institut für Erdmessung
Graduiertenkolleg 2159: Integrität und Kollaboration in dynamischen Sensornetzen
- Typ
- Dissertation
- Anzahl der Seiten
- 182
- Publikationsdatum
- 15.09.2025
- Publikationsstatus
- Veröffentlicht
- Elektronische Version(en)
-
https://doi.org/10.15488/19619 (Zugang:
Offen)