On the observation quality of robot-based GNSS antenna calibration for determining codephase corrections

verfasst von
Yannick Breva
betreut von
Franz Rottensteiner
Abstract

Globale Navigation Satellitensignale (GNSS) Signale werden am elektrischen Phasenzentrum der GNSS-Antennen empfangen, das sich je nach Richtung der eintreffenden Signale verändert. In präzisen GNSS-Anwendungen müssen Phasenzentrumskorrekturen (PCC) für Trägerphasensignale berücksichtigt werden. Außerdem existieren Codephasenzentrumkorrekturen (CPC) für Codephasensignale, die in der Luftfahrtnavigation oder bei Code- und Trägerphasen-Linearkombinationen immer wichtiger werden. So-
wohl CPC als auch PCC beschreiben den Versatz zwischen dem tatsächlichen Empfangspunkt des Signals an der Antenne und dem Antennenreferenzpunkt (ARP). Die Herausforderung bei der Schätzung von multi-GNSS multi-Frequenz CPC mittels eines Roboters liegt im hohen Beobachtungsrauschen im Vergleich zum Pattern selbst. Der Fokus dieser Arbeit liegt in der Reduzierung des Beobachtungsrauschens von Codephasensignalen, während die wichtigen Patterninformation in den Signalen während einer absoluten, roboterbasierten Antennenkalibrierung erhalten bleiben, um die Wiederholbarkeit und Genauigkeit der geschätzten CPC zu verbessern. Eine Monte-Carlo-Simulation wird durchgeführt, um die Auswirkungen des Beobachtungsrauschens auf die
geschätzten CPC zu untersuchen. Die Simulation zeigt, dass weißes und signalstärkebedingtes Rauschen mit einer Standardabweichung in der Größenordnung des Patterns zu einer Verschlechterung von 15 % bis 25 % bei verschiedenen Vergleichsmetriken führt. Die gewichtete, durchschnittliche Standardabweichung der tatsächlichen Beobachtungen liegt für die analysierten GNSS-Antennen zwischen 0,476 m und 0,62 m, was nahezu der
Größenordnung der Pattern entspricht. Um das Rauschen zu reduzieren, werden die Tracking-Schleifen der GNSS-Empfänger, basierend auf einem Experiment mit einem Softwareempfänger während einer Kalibrierung, optimiert. Die besten Ergebnisse werden mit einer Delay Lock Loop (DLL)-Bandbreite von 0.5 Hz erzielt, unter Verwendung einer Filterschleifenordnung von 1 bei einer trägerphasenunterstützten DLL. Die Optimierung der Empfänger führt zu einer Verbesserung der gewichteten, durchschnittlichen Standardabweichung der Beobachtungen von 42 % und zu einem wiederholbareren und genaueren CPC im Vergleich zur Nutzung der standardmäßigen Empfängereinstellungen
des Herstellers. Zusätzlich wird eine Mehrwegeanalyse durchgeführt, wobei die Balustrade und die astronomischen Kuppeln in der Roboterumgebung als kritische Objekte identifiziert wurden. Die Studien zeigen, dass die Nutzung von zeitlich differenzierten Beobachtungen in Kombination mit einer dynamischen Elevationsmaske und Mehrwegkarten fast alle von Mehrwegen betroffenen Beobachtungen effektiv eliminieren kann. Darüber hinaus wird die zeitlich differenzierte Mehrwege-Linearkombination (∆MPLC) als Beobachtungen für die Schätzung eingeführt, was im Vergleich zum zeitlich differenzierten Einfachdifferenz (∆SD)-Ansatz zu reduziertem Beobachtungsrauschen führt, da ein Differenzierungsschritt vermieden wird. Die mit ∆MPLC geschätzten CPC mit
optimierten Empfängereinstellungen weisen eine ähnliche Wiederholbarkeit auf. Werden die CPC in einem Single-Point Positioning (SPP) angebracht, führt das zu einer Verbesserung der geschätzten Up-Komponente um 70 %, verglichen mit der Anwendung ohne CPC. Im Beobachtungsraum kann durch Berechnung von SD der langperiodische Trend zuverlässig durch die geschätzten CPC dargestellt werden.

Organisationseinheit(en)
Institut für Photogrammetrie und Geoinformation
Typ
Dissertation
Anzahl der Seiten
172
Publikationsdatum
23.05.2025
Publikationsstatus
Veröffentlicht
Elektronische Version(en)
https://doi.org/10.15488/19053 (Zugang: Offen)
 

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