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Neues Forschungsprojekt: Internationale Perspektiven für ländliche Räume

Neues Forschungsprojekt: Internationale Perspektiven für ländliche Räume

Mitgliedes des Forschungsprojekts InDaLe Mitgliedes des Forschungsprojekts InDaLe Mitgliedes des Forschungsprojekts InDaLe
© LUH/Thehos
Das Projekt bündelt die Kompetenzen von fünf Institutionen. Beim ersten Projekttreffen an der Leibniz Universität Hannover haben die Beteiligten die Auswahl der Modellprojekte vorbereitet, die in Schottland, Schweden und Österreich analysiert werden sollen.

Ärzte, Bildungseinrichtungen, öffentlicher Nahverkehr – in ländlichen Gebieten gibt es häufig wenig Infrastruktur. Das betrifft nicht nur Deutschland, sondern auch andere Länder. Das gerade gestartete Forschungsprojekt InDaLe will von Erfahrungen anderer europäischer Länder lernen. Leiter des Projekts ist Prof. Dr.-Ing. Winrich Voß vom Geodätischen Institut.

Im Fokus des Projektes stehen die nachschulische Bildung in Schottland, die Telemedizin in Schweden und die freiwillige Feuerwehr in Österreich. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler analysieren im Rahmen von Fallstudien Modellprojekte in diesen Ländern, die erfolgreich verstetigt wurden. "Gute Modellprojekte gibt es in Deutschland bereits viele. Wenn aber die finanzielle und personelle Förderung ausläuft, schaffen sie häufig keine Verstetigung", so Professor Voß. Dann kann beispielsweise der im Rahmen eines Modellprojektes eingestellte Quartiersmanager nicht verlängert werden und die neu geschaffenen Angebote schlafen wieder ein. 

Da andere Regionen Europas schon länger vor diesen Herausforderungen stehen, haben sie bereits mehr Erfahrungen bei der Verstetigung solcher Modellprojekte gesammelt – so der Ausgangspunkt des Forschungsvorhabens. Das Projekt ist eine Kooperation der Leibniz Universität Hannover (LUH) mit der Universität Oldenburg (deren Forschungsfokus auf Schottland liegen wird), der Technischen Universität Dresden (Fokus Schweden), dem Thünen-Institut in Braunschweig (Fokus Österreich) und der Akademie für Raumforschung und Landesplanung, die deutsche Modellprojekte suchen wird, auf die sich die gewonnenen Erkenntnisse erfolgreich übertragen lassen. Das Team der LUH hat seinen Schwerpunkt auf den theoretischen Hintergründen und Querschnittsthemen: Was bedeutet Verstetigung? Welche Strategien sind hier zielführend? Und wie müssen beispielhafte Lösungen an die Gegebenheiten in Deutschland angepasst werden?

Zu erwartende Ergebnisse sind stark nachgefragt

"Für die Ergebnisse des Projektes gibt es bereits jetzt viel Interesse: in Kommunen, bei Fördermittelgebern und Vorhabensträgern", so Voß. Bei den ländlichen Räumen innerhalb Deutschlands liegt ein besonderes Augenmerk des Projektteams auf Niedersachsen. Von der Problematik stark betroffen sind zudem die ostdeutschen Bundesländer – die mit der TU Dresden im Team vertreten sind. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit in diesem Projekt basiert überwiegend auf der Kooperation innerhalb des Leibniz Forschungszentrums "TRUST Räumliche Transformation – Zukunft für Stadt und Land", das seit 2016 an der LUH angesiedelt ist.

Das Forschungsprojekt InDaLe ("Innovative Ansätze der Daseinsvorsorge in ländlichen Räumen – lernen von Erfahrungen anderer europäischer Länder für Deutschland") wird seit Januar 2020 für zweieinhalb Jahre mit rund 900.000 Euro gefördert aus Mitteln des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft. An jeder der beteiligten Einrichtungen entsteht im Rahmen des Projektes eine Teilzeitstelle, die zur Promotion führt. Im Rahmen von Abschlussarbeiten können sich zudem Studierende an der Forschung beteiligen.

(Quelle: Presseinformation der LUH)

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