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Smart City Hannover: Projekt 5G Access to Public Spaces startet

Smart City Hannover: Projekt 5G Access to Public Spaces startet

© IKG/M. Sester

Der neue Mobilfunkstandard 5G macht es möglich, so große Datenmengen zu übertragen, dass öffentliche Räume künftig digital flexibel bewirtschaftet und erschlossen werden könnten. Das Projekt 5GAPS testet dies auf dem hannoverschen Messegelände mit seinem 5G-Campusnetz.

In einer Pressekonferenz hat die Landeshauptstadt Hannover zusammen der Deutschen Messe AG und mit Partnerinnen und Partnern aus Wirtschaft und Wissenschaft am 14. Februar den Start des Projekts "5G Access to Public Spaces" (5GAPS) bekannt gegeben, das mit umfangreichen Bundesmitteln bis zum 31.12.2014 gefördert wird. Die Fakultät für Bauingenieurwesen und Geodäsie ist mit Prof. Dr.-Ing. Monika Sester, Institut für Kartographie und Geoinformatik (IKG), sowie Prof. Dr.-Ing. Steffen Schön, Institut für Erdmessung (IFE) vertreten. Von der Leibniz Universität Hannover sind außerdem Dr. Daniel Kudenko, Forschungszentrum L3S, und Prof. Dr. Michael H. Breitner, Institut für Wirtschaftsinformatik (IWI), beteiligt.

Fernziel des Projektes ist es, Hannover in einem mehrdimensionalen raum-zeitlichen Koordinatensystem digital und in Echtzeit nachzubilden. Damit entsteht ein dynamischer digitaler Zwilling städtischer Außenbereiche sowie von Innenbereichen in Gebäuden oder gewerblich genutzten Hallen. Der virtuelle digitale Zwilling bildet die Umgebung in Echtzeit ab und sieht Zustandsveränderungen durch lernende Algorithmen vorher.

Das Institut für Kartographie und Geoinformatik plant in dem Projekt die Datenerfassung und die Modellierung dieser digitalen Welt zu übernehmen. "Wir bringen unsere Forschung und Erfahrung in der dynamischen Abbildung der Umwelt mit und können so ein Reallabor erstellen, das die Bewirtschaftung und Nutzung von Räumen flexibler macht – zum Wohl aller", sagt Prof. Monika Sester. Prof. Steffen Schön vom Institut für Erdmessung möchte die Möglichkeiten von 5G für die genauere Positionierung untersuchen.

Eine denkbare Anwendung für diese virtuelle Welt läge in der flexibleren Nutzung von Flächen im öffentlichen Raum – zum Beispiel bei der Vermietung von Parkplätzen: "Wenn ich in einem Stadtteil wohne, wo Parkplätze Mangelware sind, könnte ich tagsüber meinen Parkplatz vermieten, indem ich in der virtuellen Welt genau den Bereich angebe, der mir gehört, und ihn dann für die von mir festgelegte Zeit vermieten", erklärt Prof. Monika Sester. "Wenn der Platz etwas größer ist, könnte ich es sogar so anlegen, dass wahlweise zwei kleiner Fahrzeuge dort parken können."

Insgesamt soll der dynamische digitale Zwilling als Grundlage für eine Vielzahl von Anwendungen und der Entwicklung neuer Geschäftsmodelle durch 5G-Technologie dienen. Touristische Angebote wie Erlebnistouren durch das historische Hannover oder die Herrenhäuser Gärten sind denkbar. Profitieren sollen Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen, Logistiker, Verkehrsdienstleister, Planungsbüros, die Stadtverwaltung, aber auch Sicherheitskräfte wie die Feuerwehr.  Der digitale Zwilling soll offen zugänglich sein und Schnittstellen für Entwicklerinnen und Entwickler aus der Start-Up-Szene, für etablierte Unternehmen und die Forschung erhalten.

(Quelle: Pressemitteilung Landeshauptstadt Hannover, 14.02.2022)

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