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Europäisches Schwere- und Geoidprojekt (EGGP) der Internationalen Assoziation für Geodäsie

Das "Europäische Schwere- und Geoidprojekt" (EGGP) ist bei der Internationalen Assoziation für Geodäsie (IAG) innerhalb der Kommission 2 (Schwerefeld), Subkommission 2.4 (Regionale Geoidbestimmung), angesiedelt. Das Projekt wurde direkt nach der IUGG-Generalversammlung in Sapporo, Japan, 2003, eingerichtet und läuft zunächst bis zum Jahre 2007. Das wesentliche Ziel des Projekts ist die Neuberechnung eines Geoid- und Quasigeoidmodells für Europa mit verbesserter Genauigkeit gegenüber dem bisherigen Modell EGG97 (Denker und Torge 1998). Dies erschien möglich durch die Verfügbarkeit von erheblich verbesserten Datensätzen (neue Geopotentialmodelle aus der CHAMP- und GRACE-Mission, verbesserte nationale und globale digitale Geländemodelle wie z.B. SRTM3 und GTOPO30, aufdatierte Land- Seegravimetriedaten für einige Gebiete, neue altimetrische Schwerewerte, GPS- und Nivellementsdaten) sowie weiterentwickelten Modellierungs- und Rechentechniken.

Das Projekt wird durch ein Steering Committee geleitet, das aus 8 Personen besteht (H. Denker (Chair), J.-P. Barriot, R. Barzaghi, R. Forsberg, J. Ihde, A. Kenyeres, U. Marti, I.N. Tziavos). Daneben gibt es etwa 50 nationale Vertreter (Projektmitglieder) mit entsprechenden Experten aus fast allen europäischen Ländern. Weiterhin hat das EGGP starke Verbindungen zum "International Gravity Field Service" (IGFS) mit seinen Zentren am "Bureau Gravimétrique International" (BGI), "International Geoid Service" (IGeS), "National Geospatial-Intelligence Agency" (NGA) und "GeoForschungsZentrum Potsdam" (GFZ) sowie einigen anderen IAG-Organen wie EUREF, usw. Die sogenannten "Terms of Reference" für das EGGP findet man unter

Zwischenlösungen wurden bisher vorgelegt bei der IAG-Tagung in Porto, 2004 (Denker et al. 2004 und 2005), beim GRACE Science Team Meeting in Austin, 2005 (Denker 2005a), sowie bei der IAG-Tagung in Istanbul, 2006 (Denker et al. 2006). Die bisherigen Untersuchungen haben gezeigt, dass besonders in Zentraleuropa durch die Nutzung von verbesserten Schwerefelddatensätzen sowie GRACE-Geopotentialmodellen erhebliche Genauigkeitsverbesserungen möglich sind (Denker 2006, Denker et al. 2006). Die derzeitigen Resultate belegen, dass Quasigeoidberechnungen mit einem Genauigkeitspotential von etwa 3 - 5 cm über kontinentale Bereiche und 1 - 2 cm über kürzere Entfernungen bis einige 100 km möglich sind, vorausgesetzt die Ausgangsdaten liegen in entsprechender Qualität und Quantität vor.